Glasmacherviertel erneut verkauft – GRÜNE: Immobilienspekulation verteuert Wohnungsbau

14. November 2019  –  Presse GRÜNE Ratsfraktion

Laut Agenturberichten wurde die Projektgesellschaft, die das Grundstück der ehemaligen Glashütte in Gerresheim entwickelt mehrheitlich erneut verkauft. Die Adler Real Estate hat demnach durch die Konzerntochter Brack Capital Properties 75 % der Gesellschaft für 375 Millionen Euro an private Immobilieninvestoren veräußert. Adler berichtet dabei über einen Profit von 83 % gegenüber dem Buchwert. Erst vor zwanzig Monaten hatte Brack Capital das Grundstück für gut 140 Millionen Euro von Patrizia erworben.

Harald Schwenk, wohnungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: „Der horrende Kaufpreis legt eine Wette auf die Zukunft offen. Die Käufer*innen spekulieren auf extreme Profite, die nur durch weiter stark steigende Mieten und Preise erreicht werden können – der Wohnungsmarkt überhitzt weiter“.

Schwenk kritisiert, dass diese Profite aus der Weiterentwicklung der Stadt von privaten Investor*innen abgeschöpft werden. „Städtisches Baurecht und städtische Infrastruktur wie die ÖPNV-Erschließung ermöglicht erst das ‚Glasmacherviertel‘. Dann muss die Rendite für die Stadtgesellschaft auch angemessen sein – beispielsweise in Form von mehr öffentlich geförderten Wohnungen.“

Die GRÜNEN erwarten jetzt, dass die Stadt mit den Eigentümer*innen und der Projektgesellschaft unmittelbar klärt, ob sie überhaupt bauen oder weiter spekulieren wollen. Das Bebauungsplanverfahren muss jetzt auf Eis gelegt werden.

Quellen
Adler verkauft BCP-Projekt in Düsseldorf für 375 Mio. Euro
ADLER REAL ESTATE: Anhaltend gute Performance zum dritten Quartal 2019

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