Handreichung zur Prävention und Intervention – Wie Rassismus an Schulen begegnen?

Die Anfrage wurde zurückgezogen, da von Seiten der Verwaltung ein Bericht zum Thema im Schulausschuss (1. Quartal 2026) vorgesehen ist.

An
Ratsherrn Stefan Wiedon
Vorsitzenden des Schulausschusses

Sehr geehrter Herr Wiedon,

die Handreichung „Wie Rassismus an Schulen begegnen?“ stellt ein essenzielles und hochgeschätztes Praxisinstrument für unsere Schulen dar. Die vorherige Auflage erfreute sich eines regen und überregionalen Zuspruchs und wurde von Lehrkräften, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern sowie Schulleitungen als konkrete und wertvolle Hilfestellung im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung an Düsseldorfer Schulen festgestellt und häufig nachgefragt.

Es ist daher generell und aus fachlicher Sicht bedauerlich, dass die überarbeitete Neuauflage entgegen der bisherigen Praxis und entgegen den Erwartungen der schulischen Akteure nicht als gedruckte Broschüre veröffentlicht wurde. Eine rein digitale Bereitstellung ist problematisch, weil sie eine praktische Zugänglichkeit erschwert.

Eine physische Broschüre gewährleistet eine niedrigschwellige Verbreitung. Sie kann in Lehrerzimmern ausgelegt, in Konferenzen direkt verteilt und ohne technische Hürden von allen Lehrkräften gleichermaßen zur Hand genommen und damit gearbeitet werden.

Es ist gängige Praxis in Düsseldorf, dass solche wichtigen Handreichungen gedruckt und verbreitet werden. Die erste Version der Handreichung wurde ebenfalls gedruckt und verbreitet. Und auch die kürzlich neu aufgelegte Handreichung „Was tun gegen Antisemitismus?“ wurde gedruckt und nachdrücklich verbreitet.

Der Integrationsrat hat in seiner Sitzung am 01.10.2025 das Thema aufgegriffen. Dabei blieben seitens der Verwaltung wesentliche Fragen unbeantwortet.

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Aus welchem konkreten sachlichen Grund wurde die Entscheidung getroffen, die Handreichung „Wie Rassismus an Schulen begegnen?“ im Gegensatz zur Vorgängerversion und zur Handreichung „Was tun gegen Antisemitismus?“ nicht als gedruckte Broschüre zu veröffentlichen?
  2. Inwieweit wurde die Download-Möglichkeit der digitalen Handreichung aktiv beworben (z. B. durch einen Rundbrief an alle Schulen, eine Pressemitteilung, etc.) und welche Schulen (bitte Auflistung der Schulformen) wurden gezielt und aktiv über die Veröffentlichung informiert und in welcher Form geschah dies (E-Mail, Schulportal etc.)?
  3. Wurde der federführende Arbeitskreis „Rassismuskritische Schulen“, aus dessen Zusammenarbeit die Handreichung hervorgegangen ist, in die Entscheidung, die Handreichung nicht zu drucken, einbezogen? Falls ja, wie wurde seine Position in diesem Entscheidungsprozess berücksichtigt und liegt eine Stellungnahme des Arbeitskreises zu dieser Frage vor?

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Graeßner