Ateliers und Atelierwohnungen für Künstler*innen in Düsseldorf

6. Februar 2020

An Herrn
Oberbürgermeister Thomas Geisel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geisel,

die Ratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Rates am 06.02.2020 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Rat der Landeshauptstadt beschließt, die Anzahl der Ateliers und Atelierwohnungen für Künstler*innen in Düsseldorf wieder zu steigern. Dafür sollen vorhandene gesichert und neue geschaffen werden.

Neue Ateliers und Atelierwohnungen sollen insbesondere auf städtischen Flächen geplant werden sowie bei Projektentwicklungen mit Investor*innen angestrebt werden.

Ziel ist es, Ateliers(-wohnungen) und Kunsträume in vielen Stadtteilen bzw. Quartieren zu schaffen. Die Zahl der Ateliers und Atelierwohnungen soll in den nächsten fünf Jahren deutlich erhöht werden, so dass die Summe wieder über 400 angehoben und dauerhaft gehalten werden kann.

Alle Maßnahmen sollen in die vom Kulturausschuss bereits beschlossene Gesamtkonzeption eingebunden werden, die kurzfristig vorgelegt werden soll. Für die Umsetzung sind Kooperationen mit der Düsseldorfer Künstler*innenschaft anzustreben, beispielsweise in Form von Genossenschaften und Beauftragungen von gemeinnützigen Vereinen.

Sachdarstellung
Die Diskussion über die Ateliers an der Flurstraße verdeutlicht erneut den grundsätzlichen Trend, dass Ateliers und Atelierwohnungen in Düsseldorf zunehmend unter Druck kommen. Auch die Zahl der städtisch verwalteten bzw. kontrollierten Ateliers und Atelierwohnungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken auf aktuell ca. 370.

Wir setzen uns dafür ein, vorhandene Ateliers und Atelierwohnungen wo immer möglich zu erhalten und zusätzlich neue Möglichkeiten zu schaffen. Chancen dafür gibt es insbesondere bei Projekten auf städtischen Grundstücken sowie im Rahmen von städtebaulichen Verträgen mit Investor*innen. Damit diese Möglichkeiten genutzt werden, beschließen wir die Zielzahl von 50 zusätzlichen Ateliers und Atelierwohnungen in den nächsten fünf Jahren.

Dieses grundsätzliche Bekenntnis zur Förderung der Düsseldorfer Künstler*innen ist nötig, insbesondere mit Blick auf die Absolvent*innen der Kunstakademie und die zahlreichen bildenden Künstler*innen, die über geringe Einkommen verfügen und in teils prekären Arbeitsumständen agieren. Die städtisch geförderten Ateliers und Wohnateliers verbinden damit Kulturförderung mit sozialer Arbeits- und Wohnungspolitik. Bei neuen Wohnateliers sollten daher auch die Möglichkeiten der Wohnraumförderung genutzt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler                                   Norbert Czerwinski

Markus Raub                                       Manfred Neuenhaus

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