Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Raumwerk D – Stadtvisionen

Unter dem Titel “Raumwerk D” läuft seit über zwei Jahren ein Prozess der Bürgerbeteiligung zur Stadtentwicklung unter Federführung des Stadtplanungsamts. Die ursprünglich für März 2020 geplante “1. Zukunftswerkstatt zum Raumwerk D” musste aufgrund der Vorgaben zur Covid-19 Gefährdungslage leider abgesagt werden. Alternativ läuft zurzeit noch bis zum 14. Juni 2020 unter https://www.duesseldorf.de/stadtplanungsamt/stadtentwicklung/raumwerkd.html die Onlinebeteiligung. Dadurch besteht die Möglichkeit, die vier finalen Raumbilder der ersten Prozessphase präsentiert zu bekommen und Stellung zu daraus abgeleiteten Fragen oder Thesen zu beziehen.
Auf der städtischen Internetseite steht unter anderem, dass die vier Teams gefordert waren, mutige Aussagen und Ideen für die zukünftige Entwicklung der Stadt Düsseldorf zu formulieren, zu verräumlichen und bildhaft darzustellen. Dadurch entstanden vier unterschiedliche gesamtstädtische Visonen, die vier Raumbilder. Die in Phase 0 durch die Beteiligungsformate entwickelten Zukunftsfragen sowie die Konzepte und Planungen der Stadtverwaltung bildeten für die Erarbeitung eine wichtige Grundlage.
Das Ergebnis ist meines Erachten vielfältig und kreativ mit zum Teil sehr konkreten Detailvorschlägen, deren Realisierung mit vertretbarem Aufwand möglich zu sein scheint. Für den Düsseldorfer Süden möchte ich speziell den sogenannten “Hafen Reisholz” nennen, den sich das Team “Hauptstadt des guten Lebens” als “Leuchtturmprojekt von gesamtstädtischer Bedeutung vorstellen kann. Hierzu gehört ein Mix aus Hafennutzung/Logistik, neuen Arbeitsplätzen und Kreativräumen in bester Rheinlage.
Ein weiter Punkt in unmittelbarer Nähe ist der Bereich “Schöne Aussicht”. Das Team “Düsseldorfs 3. Stadt” kann sich hier einen sogenannten “Stadt- und Landschaftsanker” vorstellen. In der Präsentation dazu heißt es wie folgt: “Mit Stadt- und Landschaftsanker werden Orte mit starker Identität oder einem Potential hierzu bezeichnet. Manche Orte können bereits mit wenigen Mitteln von Nicht-Orten zu Ankerorten transformiert werden. Die Anker werden Teil der kognitiven Karte der Düsseldorfer Bevölkerung. Sie erleichtern die Orientierung in der 3. Stadt und schaffen Orte hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität mit Strahl-kraft bis in die 4. Stadt.” Konkret steht dort: “Biegung Bonner Straße” – “Durch eine bauliche Akzentuierung und einen Zugang zum Rhein kann hier ein ganz besonderer Ort für die Düsseldorfer entstehen.” Ähnliches hatte ich Oberbürgermeister Geisel schon in seiner Bürgerfragestunde in Benrath vor fast sechs Jahren vorgeschlagen. Genannt hatte ich zum Beispiel ein Hotel mit Aussichtsterrasse in unverbaubarer Lage, was er nicht ablehnte. Leider befindet sich dort bis heute eine als Parkplatz genutzte Brachfläche. Es wäre zu wünschen, dass durch das “Raumwerk D” mit großer Bürgerbeteiligung das Potential, das die vier Planungsteams offengelegt haben, auch tatsächlich genutzt werden kann.

Ernst Welski, Fraktionssprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der BV 9

Verwandte Artikel