Anna Schmitz

Praktikantin vom 19. August bis 27. September 2019Anna Lisa Schmitz

Liebe Alle,

das Praktikum verging wie im Flug. Vor fünf Wochen war ich aus meinem FSJ im sozialen Bereich geradewegs in die Ratsfraktion gestolpert, mit der Hoffnung kurz vor dem Studium noch herauszufinden was ich eigentlich beruflich machen will. Nach dem FSJ war ich mir ganz klar: irgendwas im sozialen Bereich würde es bestimmt nicht werden. Aber Politik empfand ich schon immer als interessant.

Wahrscheinlich aber gerade besonders aus aktuellen Anlässen wie Klimawandel, Rechtsruck und Politikverdrossenheit in der Gesellschaft. Ich wollte wissen, wie es so abläuft in der Kommunalpolitik. Wie kommt es zu welchen Entscheidungen und ist es wirklich so unmöglich, etwas zu verändern?

Mit diesen Fragen startete ich direkt in mein Praktikum in der Düsseldorfer Kommunalpolitik, die gerade aus ihrem Sommerschlaf erwacht war. Teil der Kommunalpolitik ist eine Vielzahl an Ausschüssen. Diese hatte ich tatsächlich am liebsten. Hier wurden konkrete Probleme, die mir auch im täglichen Leben in Düsseldorf begegnen, besprochen und von Seiten der Stadt mehr oder weniger erfolgreich erläutert.

Darunter fielen greifbare Probleme wie z. B. Mangel an bezahlbarem Wohnraum, Infrastruktur des ÖPNV oder Obdachlosigkeit. Hautnah erlebte ich Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Parteien mit und konnte mir ein Schmunzeln manchmal nicht verkneifen. Trotz der Zankereien lieferten die einzelnen Ausschüsse und Räte doch eine Menge Input. Außerdem lässt sich das Arbeiten des Stadtrats auch auf Landes-, bzw. Bundesebene übertragen, was gesondert zu meinem allgemeinen Politikverständnis beitrug.

Mein persönliches Highlight war aber das Chaos um die neue Umweltspur. Frisch zu Beginn des Praktikums veröffentlichte die FDP eine Pressemitteilung, in der sie plötzlich nicht mehr d’accrord mit der aktuellen Fassung der Umweltspur waren und los ging das Treiben in der Ratsfraktion. Wäre die Umweltspur jetzt noch realisierbar ohne die Stimme der FDP? Wie konnte man sie umstimmen? Was wären Alternativen und wäre das Dieselfahrverbot jetzt unabwendbar?

Tja und ich mitten drin. Ich hatte zwar noch keine Ahnung von den diversen politischen Abläufen, aber eines wusste ich: Das hier könnte immense Auswirkungen auf die Bürger*innen haben. Politische Entscheidungen waren plötzlich greifbar. Voilà das war doch, was ich mir erhofft hatte.

Im Büro schrieb ich dann unter anderem Pressespiegel, half bei Vorbereitungen für das kommende Wahlprogramm, stellte Anträge online und half bei Vorbereitungen für Versammlungen und Ratssitzungen. Eben alles, was die Mitarbeiter*innen in der Geschäftsstelle unter anderem auch machen, um die Arbeit der Ratsleute und Fraktionsmitglieder zu ermöglichen und zu unterstützen.

Während der Praktikumszeit fand der dritte globale Klimastreik von fridays for future statt, an dem wir von der Ratsfraktion auch teilnahmen. Absolutes Highlight dort war das gemeinschaftliche Vortäuschen von Erstickung. #AllesfürsKlima eben und nebenbei war es auch ganz entspannend, vor dem Landtag zu liegen. Eine ganz neue berufliche Perspektive.

Solche lockeren Momente zeigen gut, wie es untereinander in der Fraktion einherging: humorvoll, freundlich und geduldig. Mit Engelsgeduld wurde ich auch in die vielen verschiedenen Arbeitsprozesse eingearbeitet. Diese Atmosphäre trug sofort dazu bei, dass ich mich von Anfang an wohl fühlte.

Fazit:
Das Praktikum bei der Grünen Rastfraktion und die Erfahrungen, die ich in der Zeit sammeln konnte, werden mir ziemlich sicher in meinem kommenden Studium von Vorteil sein, aber genauso viel nehme ich für mein täglichen Handeln und Denken mit. Neben der gesamten Fraktion gilt mein besonderer Dank dem Team der Geschäftsstelle. Es hat wirklich Spaß gemacht, mit euch zusammenzuarbeiten und ich hoffe auf ein Wiedersehen in der Zukunft.

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