Umweltspur: Verkehrswende nicht vor die Wand fahren

GRÜNE kritisieren Umsetzung bei Rad- und ÖPNV-Ausbau, Parkraummanagement und Umweltspur

 

Worum es geht

Für GRÜNE hat der Gesundheitsschutz Vorrang. Saubere Luft in der Düsseldorfer Innenstadt sollte eine Selbstverständlichkeit sein, ist aber aufgrund des massenhaften Abgasbetrugs der Automobilindustrie noch immer in weiter Ferne.

GRÜNE stehen für eine Verkehrswende zu mehr Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV. Sie ist auch nötig, um Mobilität insgesamt zu erhalten. Die wachsende Stadt bleibt nur mit einer Verkehrswende mobil und lebenswert.

Wo es hakt

Die Beschlüsse zum Ausbau von Rad und ÖPNV seit 2014 sind gut. Aber das Tempo und die Qualität der Umsetzung durch Stadtverwaltung und Rheinbahn sind an vielen Stellen enttäuschend.

Aktuell fährt der OB die Verkehrswende an die Wand. Er mag die richtigen Ziele haben, aber er scheitert durch schlechte Umsetzung und fehlende Kommunikation:

  • bei der Rheinbahn
  • beim Parkraummanagement
  • beim Radwegebau
  • bei den Umweltspuren
Was hilft und was nicht

Umweltspuren sind grundsätzlich geeignete Mittel – die Umsetzung der dritten Umweltspur wurde aber verbockt.

Eine Abschaffung der Umweltspur(en) allein löst kein Problem, erreicht kein Ziel. Belastbare kurzfristige Alternativen werden von CDU oder FDP nicht genannt. Wir können nicht Jahre warten, bis das gesamte ÖPNV-System ausgebaut ist.

Gerade die Förderung der Fahrgemeinschaften ist interessant, da kurzfristig möglich und wirksam: Tun sich drei Fahrer*innen zusammen, bleiben zwei Autos stehen.

Was jetzt passieren muss

Seit den Beschlüssen im Januar und im August 2019 haben Stadt und Rheinbahn die vorbereitenden und begleitenden Maßnahmen nicht umgesetzt:

  • Mehr Information: Die Autofahrer*innen, die großen Arbeitgeber, die Verbände, Kammern und Institutionen müssen informiert und unterstützt werden.
  • Mehr Busse: Der Takt der auf der Umweltspur fahrenden Buslinien muss verstärkt werden und zusätzliche Linien wie beispielsweise der Metrobus 3 über die Umweltspur fahren.
  • Park & Ride: Plätze für Fahrgemeinschaften und Park & Ride müssen ausgebaut sein:
    • Bewirtschaftung des Platzes am Südpark, so dass er tatsächlich nur für Park & Ride Nutzer*innen zur Verfügung steht
    • Zusätzliche Plätze auf den Messeparkplätzen, an der Ickerswarder Straße und auf der ehemaligen Glashütte
  • Mitfahrer-App: Die Stadt muss sich als Arbeitgeberin an der Mitfahrer-App der „Düsselschmiede“ (Messe, Stadtsparkasse, Flughafen, Stadtwerke, Rheinische Post Mediengruppe) beteiligen und sie unterstützen.
  • A46: Die Stadt muss sich für eine Umweltspur oder mindestens die Freigabe des Standstreifens auf der A46 einsetzen
  • Kontrolle: Land (Polizei) und Stadt müssen die Nutzung der Umweltspuren konsequent kontrollieren und die Auswirkungen auf mögliche Ausweichrouten überwachen

Es ist frustrierend, dass Stadt und Rheinbahn diese Maßnahmen zwischen dem Beschluss und dem Start der dritten Umweltspur nicht geplant und umgesetzt haben. Das muss jetzt schnellstens passieren, damit die potenziellen Vorteile der Umweltspuren greifen können.

Wenn Verwaltung und Rheinbahn für die Umsetzung mehr Zeit brauchen, müssen sie sagen, bis wann das geht und dem Rat eine Aussetzung der Umweltspur vorschlagen.

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