Mobilität

Mobilität ist nach unserer Überzeugung ein Grundbedürfnis, das die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht – als Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung. Mobilität bildet zugleich auch das Rückgrat unserer Wirtschaft.

Aber unser Verkehrssystem stößt an räumliche, soziale und ökologische Belastungsgrenzen, gerade in der wachsenden Stadt Düsseldorf. Wir wollen die Mobilität der Düsseldorfer*innen und der Ein- und Auspendler*innen erhalten und zukunftsfest machen: klimafreundlich, sicher, gesund, bezahlbar und positiv für die Wohn-, Arbeits- und Lebensqualität in der Stadt.

Der Verkehr ist für einen erheblichen Teil der CO2-Emissionen in Düsseldorf verantwortlich. Deshalb müssen wir dringend eine nennenswerte Reduktion erreichen. Wir wollen Rad- und Fußverkehr, Bus und Bahn im Sinne einer klimafreundlichen Mobilitätswende konsequent fördern und allen Menschen klimaneutrale Mobilität jederzeit und komfortabel ermöglichen. Dafür müssen wir Straßen gerechter planen und Flächen anders aufteilen, damit die Menschen und Unternehmen in Düsseldorf mobil bleiben und die Lebensqualität erhöht wird.

wollen unsere Verkehrspolitik gemeinsam mit den Menschen gestalten und setzen auf eine bessere Beteiligung der Bürger*innen, z. B. auch durch die Einrichtung eines Fahrgastbeirats bei der Rheinbahn AG. Wir setzen auf innovative Wege und Instrumente im Verkehr und werden die nötigen Voraussetzungen schaffen, solche Innovationen in Düsseldorf zu ermöglichen. Die Herausforderungen für die Pendlerhauptstadt Düsseldorf können wir nur gemeinsam mit den Nachbarkommunen lösen. Wir werden unsere Verkehrspolitik deshalb betont regional ausrichten und in enger Abstimmung mit den Nachbarn verfolgen.

Ersetzen der Umweltspuren
Vor dem Hintergrund der drohenden Klage der Deutschen Umwelthilfe wegen Überschreitung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte war die Einführung der drei sogenannten Umweltspuren in Düsseldorf ein Versuch, der die Erwartungen nicht erfüllt hat und gescheitert ist. Wir werden die Umweltspuren deshalb wieder aufheben und andere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und auch zur Förderung des Radverkehrs ergreifen. Die drei Düsseldorfer Umweltspuren heben wir im ersten Quartal 2021 auf. In einem ersten Schritt werden wir sie durch jeweils veränderte, an die Verkehrsmenge angepasste Ampelschaltungen ersetzen und parallel dazu einen besseren Streckenersatz für Radfahrende schaffen. In einem weiteren Schritt werden wir die Ampelanlagen umweltsensitiv steuern. Dadurch wollen wir zielgenau die Mess- und Grenzwerte für die Luftreinhaltung auf den betroffenen Streckenabschnitten einhalten – bei gleichzeitig verbessertem Verkehrsfluss. In einem dritten Schritt legen wir ein umfassendes Programm mit weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität auf, darunter ein deutlicher Ausbau von Park-and-Ride-Anlagen, Busbeschleunigungen, Umrüstung der städtischen Fuhrparkflotte und Temporeduzierungen. Weitere Maßnahmen im Sinne der Luftreinhaltung werden wir dem Verein Deutsche Umwelthilfe darlegen und mit ihm erörtern.

Starker ÖPNV
Wir werden den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) massiv stärken. Unser Ziel ist es, dass Busse und Bahnen die Fahrgäste pünktlich, zuverlässig und sicher an ihr Ziel bringen. Das gilt in der gesamten Stadt und zu jeder Zeit. Wir wollen ein besseres Angebot schaffen – und so allen Menschen eine bezahlbare, klimafreundliche und saubere Mobilität ermöglichen.

  • Taktverdichtungen: Durch einen verdichteten Takt und eine Verbesserung der Fahrpläne stärken wir den ÖPNV. Dazu werden wir in Abstimmung mit der Rheinbahn AG die Auslastung von Bussen und Bahnen bewerten und die Taktzeiten tagsüber und im Nachtverkehr an die Nachfrage anpassen. Auch eine Linienbetrachtung mit digitalen Daten von Nutzer*innen im Sinne einer bedarfsorientierten Planung wollen wir voranbringen. Zudem werden wir prüfen, mit welchen Mitteln die Taktverdichtungen umgesetzt werden können. Starten wollen wir auf den Bus- und Bahnlinien mit den größten Bedarfen. Es ist unser Ziel, einen 7,5-Minuten-Takt auf den nachfragestarken Linien U72, U75, U76, U79, 701, 705, 707 und 709 zu schaffen.
  • Park-and-Ride-Offensive: Um die Menschen durch ein gutes Angebot zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu bewegen, werden wir eine umfassende Park-and-Ride-Offensive starten. In Abstimmung mit den Umlandkommunen werden wir Park-and-Ride-Plätze in einer neuen Qualität ausbauen. Damit schaffen wir Anreize zur Multimodalität. Zusätzlich werden wir Express-Busse zur Anbindung der Park-and-Ride-Plätze an die Innenstadt einsetzen.
  • Stadtbahn- und Straßenbahnerweiterung: Das Liniennetz wollen wir bedarfsgerecht ausbauen und die Fördergelder auf Landes- und Bundesebene für die Planungen nutzen. Wir werden folgende Stadtbahn- und Straßenbahnerweiterungen ernsthaft prüfen:
    • Verlängerung U79 Südpark–Uni Mitte
    • Verlängerung U73 von Uni Ost bis zur Münchener Straße/Ickerswarder Straße
    • Verlängerung U75 Eller–Reisholz, Verlängerung U75 von Vennhauser Allee bis Bahnhof Reisholz
    • Verlängerung der 705 über die Vennhauser Allee bis Bahnhof Gerresheim
    • Erneute Prüfung einer Anbindung des Quellenbuschs von der Grafenberger Allee über Hellweg zum Bahnhof Gerresheim auf der Grundlage der veränderten standardisierten Bewertung
    • Zeitnahe Untertunnelung der U78/U79 bis zum Reeser Platz
    • Verbindung von der Bilker Kirche über die Völklinger Straße, den Südring und den Aachener Platz bis Am Steinberg
    • Lückenschluss der Linien 707 und 701 zwischen Rath und Unterrath
    • Erschließung des Medienhafens über die Hammer Straße und Überprüfung der Linienführungen in Zusammenhang mit einem neuen Regierungsviertel
    • Verlängerung der Linie U81 bis zum Flughafen-Bahnhof und perspektivische Stadtbahnanbindung von Angermund
    • Verlängerung der Linie 705 von Unterrath zum Flughafen
    • Perspektivisch: unterirdische Verlängerung der Wehrhahn-Linie in Richtung Süden
  • Bereitstellung von Infrastruktur: Um den Takt im Bus- und Bahnverkehr der Rheinbahn zu verdichten und Mobilität insgesamt klimafreundlicher zu machen, ist die Anschaffung weiterer Fahrzeuge nötig. Für diese neuen Fahrzeuge werden auch zusätzliche Abstellflächen benötigt, weshalb perspektivisch der Bau eines neuen Betriebshofs geplant werden muss. Um die künftige Infrastruktur schaffen zu können, werden wir bereits heute den langjährigen Planungsprozess anstoßen und Fördermittel von Bund und Land einfordern.
  • Regionale Kooperation: Aufgrund der räumlichen Nähe und der vielfältigen Beziehungen zum Umland ist es wichtig, Mobilität im regionalen Kontext zu denken und gemeinsam mit den Nachbarkommunen und -kreisen Ziele und Lösungen zu entwickeln. Dabei setzen wir uns konkret für die Durchführung eines Pendlergipfels sowie für den Ausbau und die Leistungssteigerung des regionalen Schnellbussystems ein.
  • Tarifgestaltung und Ticketing: Wir wollen mit den Nachbarkommunen ein attraktives Ticketangebot für Pendler*innen entwickeln, das neben dem Stadtgebiet von Düsseldorf das angrenzende Gebiet umfasst und preislich einen Anreiz zum Umstieg auf den ÖPNV setzt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Preisstrukturen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zeitnah überarbeitet werden. Die Preise sollen fairer und nachvollziehbarer werden. Den Ticketerwerb wollen wir mit digitalen Lösungen vereinfachen – unter Rücksichtnahme auf ältere Mitbürger*innen.
  • Antriebstechnik und Fahrzeugausstattung: Neben Elektro-Antrieb und Brennstoffzelle werden wir verstärkt Wasserstoff nutzen, um die Fahrzeugflotte der Rheinbahn schneller klimaneutral umzustellen. Den Einsatz von Wasserstoff wollen wir in Kooperation mit den Düsseldorfer Stadtwerken fördern – als Teil der Modellregion Wasserstoffmobilität NRW.
    Zudem werden wir WLAN in allen neuen Bussen und Bahnen anbieten und ältere Fahrzeuge entsprechend umrüsten. Um den Komfort in den Fahrzeugen zu erhöhen, werden wir alle neuen Fahrzeuge mit Klimaanlagen ausrüsten.
  • Mehr Komfort an den Haltestellen: Die Menschen sollen sich an den Haltestellen der Rheinbahn wohl und sicher fühlen. Deshalb werden wir unter anderem die Reinigung und Pflege von Haltestellen verbessern und für eine ausreichende Hygiene während der Corona-Pandemie sorgen (→ Ordnung und Sicherheit).
  • ÖPNV-Verbesserung: Den ÖPNV werden wir in den kommenden Jahren weiter beschleunigen. Insgesamt müssen die Beschleunigungsmaßnahmen – darunter die Anpassungen von Signalsteuerungen – zügiger umgesetzt werden. Der barrierefreie Umbau der Bus- und Bahnhaltestellen muss schneller erfolgen. Das Metrobus-Konzept werden wir insgesamt überarbeiten.
  • Rhein-Ruhr-Express (RRX): Wir befürworten den Rhein-Ruhr-Express als wichtiges und sinnvolles Infrastrukturprojekt. Der Lärmschutz muss für die Anwohner*innen gewährleistet sein. Hier machen wir uns für weitere Verbesserungen stark. Ebenso drängen wir darauf, dass der Variantenvergleich Angermund, unter Einbindung der Bürger*inneninitiative Angermund, intensiver betrachtet wird. Ziel soll eine Überprüfung der Einhausungsvariante von unabhängiger Drittseite sein.
  • Informationen für Kund*innen: Wir wollen die Information für Kund*innen der Rheinbahn optimieren und uns dabei nach den Ansprüchen der Kunden*innen richten. Wir wollen die Zuverlässigkeit für die Angaben in der App verbessern und möglichst auch eine zusätzliche Darstellung der aktuellen Position der Fahrzeuge – insbesondere bei Bussen – erreichen. Wir werden die Fahrplanauskunft in der Rheinbahn-App und an den dynamischen Fahrgastanzeigen vereinheitlichen und Störmeldungen inklusive alternativer Routen online anzeigen. Auch setzen wir auf eine bessere Vernetzung von Rheinbahn und Schienenpersonenverkehr. Bei der Weiterentwicklung des Bahnknotens Düsseldorf werden wir eine aktive Rolle einnehmen und auf die Beteiligung der Kund*innen achten. Durch die Gründung eines Fahrgastbeirats bei der Rheinbahn AG wollen wir die Sicht von Kund*innen systematisch berücksichtigen. Zur Verbesserung der Transparenz soll der jährliche Qualitätsbericht der Rheinbahn detaillierter erstellt und für alle zugänglich bereitgestellt werden.
  • Alternative Verkehrsmittel: Wir werden die Umsetzung alternativer Mobilitätsangebote prüfen. Dazu gehört die Prüfung der Errichtung einer Seilbahn zur Anbindung des Gebiets Bergische Kaserne, in Kombination mit einem Park-and-Ride-Parkplatz an der B7. Die Seilbahn soll vom Staufenplatz zur B7 über unbebautes Gebiet führen und in das städtische Nahverkehrsnetz integriert werden. Für das Projekt wollen wir Fördermittel des Bundes einwerben. Zudem setzen wir uns für den Schiffslinienverkehr zwischen Düsseldorf und der Region in Form von Wasserbussen ein. On-Demand-Angebote sollen das ÖPNV-Angebot ergänzen und insbesondere bislang weniger gut angebundene Quartiere besser erschließen.

Offensiv für den Radverkehr
In den kommenden Jahren wollen wir den Anteil des Radverkehrs am Modal Split deutlich erhöhen. Dazu werden wir Radachsen bauen und den Radverkehr sicher und zügig durch die Stadt und in das Umland führen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, durch ein gutes Angebot Anreize für einen Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel, wie das Fahrrad, zu schaffen. Auch hier wollen wir eine reibungslose und sichere Mobilität gewährleisten.

  • Das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel: Den Anteil des Radverkehrs am Modal Split wollen wir in den nächsten Jahren erheblich steigern. Unser Ziel ist, eine deutlich bessere Positionierung Düsseldorfs im Ranking des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club e. V. beim sogenannten Fahrradklimatest zu erreichen. Dafür ist viel zu tun. Die Beteiligung der Menschen, die Fahrrad fahren, ist uns besonders wichtig und hilft uns, die richtigen Weichen zu stellen und messbare Ziele zu setzen.
  • Kommunikation: Wir werden die Abstimmungsprozesse zwischen Verwaltung und Politik beschleunigen. Dazu dient auch die Umwandlung der Fachgruppe Radverkehr in eine Kleine Kommission. Die Abläufe müssen künftig klar und transparent dargestellt sein, damit jederzeit nachvollzogen werden kann, wer entscheidungsbefugt ist und welchen Sachstand Maßnahmen haben. Wir wollen insgesamt ein besseres Controlling und Monitoring erreichen.
  • Beschleunigte Umsetzung von Radwege-Maßnahmen durch verbesserte Organisation: Zur Beschleunigung der Planung und des Baus von Radwegen setzen wir – neben einer Prozessoptimierung im Amt für Verkehrsmanagement und einer Aufstockung der personellen Ressourcen – auf ein Mischmodell unter Beteiligung der Stadt und der städtischen Tochter IPM. Dazu sollen bei der Stadtverwaltung ein neues Amt zur Straßenplanung mit dem Schwerpunkt Radwegemaßnahmen geschaffen und die IPM beauftragt werden, ein „Team Radwegebau“ ins Leben zu rufen.
  • Qualität der Radwege verbessern: Wir werden die Qualität der Radwege durch den Einsatz von Apps (wie „upride“ und „RADar!“) kontinuierlich prüfen und dazu die entsprechende Anbindung in der Stadtverwaltung schaffen. Außerdem werden wir diese Apps für die Nutzerbeteiligung an der Planung und Verbesserung einsetzen.
  • Radrouten planen und bauen: Um Radwege schneller bauen zu können, wollen wir uns auf komplette Radachsen und nicht mehr auf einzelne kurze Abschnitte konzentrieren. Für uns ist es wichtig, verstärkt in Routen zu denken, damit eine durchgängige Befahrbarkeit von Strecken garantiert ist und die Anschlüsse und Übergänge stimmen. In einem ersten Schritt werden wir daher mit der Planung und Umsetzung von drei Strecken beginnen: eine Route entlang des Rheins, eine Ost-West-Route von der Heinrichstraße über das Mörsenbroicher Ei bis zum Luegplatz sowie eine Route zur zentralen Erschließung der Innenstadt. Planung und Bau dieser Strecken sollen an das neu gegründete Team Radwegebau der IPM vergeben werden, wodurch kein Zeitverlust durch langwierige Ausschreibungen entsteht. Das neue städtische Amt erhält dadurch zudem mehr Kapazitäten, um weitere Einzel-Maßnahmen aus dem Radhauptnetz umzusetzen.
  • Gute Radroute entlang des Rheins: Wir werden den Radweg am Joseph-Beuys-Ufer ausbauen. Im Bereich der Cecilienallee wollen wir den Radverkehr eigenständig führen – unter Beseitigung von Schotter- und Engstellen im Bereich des Rheinparks Golzheim und mit einer besseren Anbindung der Arena im Bereich der Rotterdamer Straße, Beckbuschstraße und Am Staad.
  • Radhauptnetz: Das Radhauptnetz mit einer Streckenlänge von über 300 Kilometern werden wir zügig vervollständigen. Da die heutige Beschlusslage zum Radhauptnetz jedoch unklar ist, werden wir die planerische Grundlage aktualisieren und neu beschließen. Überdies wollen wir eine transparente und regelmäßige Erfolgskontrolle umsetzen.
  • Bezirksradwegenetze: Auch die Bezirksradwegenetze werden wir weiter ausbauen und dafür sorgen, dass Radfahrende in allen Stadtteilen schnell und sicher unterwegs sein können.
  • Radschnellwege: Der Anteil des Radverkehrs aus dem und in das Umland steigt stetig. Um diese Entwicklung weiter zu fördern, halten wir es für wichtig, gute Radschnellverbindungen zu den Nachbarstädten und Nachbarkreisen herzustellen und insbesondere die Planung zu beschleunigen. Dabei wollen wir uns an den Strömen von Pendler*innen orientieren.
  • Toulouser Allee: Unser gemeinsames Ziel ist es, Radschnellwegeverbindungen in die Nachbarkommunen zu schaffen. Die Toulouser Allee soll dabei als zentrale Achse dienen. Aus diesem Grund werden wir prüfen, wie eine Fahrspur auf der Toulouser Allee zu einem Radschnellweg – im Sinne einer Nord-Süd-Achse – ausgebaut werden kann. Dabei lassen wir auch untersuchen, wie die Anschlüsse zu gewährleisten sind. Die Umsetzung soll zunächst als ein auf zwölf Monate befristeter Verkehrsversuch erfolgen.
  • Fahrradstraßen/Fahrradzonen: Zur Förderung des Radverkehrs werden wir mehr Fahrradstraßen in Düsseldorf schaffen. Zudem wollen wir im Rahmen von Pilotprojekten in Unterbilk, Pempelfort und Flingern das neue Instrument einer Fahrradzone einrichten und erproben.
  • Pflege und Sicherheit von Radwegen: Die Reinigung und den Winterdienst auf Radwegen wollen wir stadtweit sicherstellen. Ferner setzen wir uns dafür ein, dass bei allen Baustellen die Fahrradwege mitgedacht und berücksichtigt werden.
  • Fahrradparken: Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung des Fahrrads ist das Vorhandensein von Abstellanlagen. Aus diesem Grund werden wir die Zahl der Fahrradabstellmöglichkeiten im gesamten Stadtgebiet für alle Radtypen – auch Lastenräder – erhöhen. Insbesondere an Bildungseinrichtungen, öffentlichen Gebäuden und in Einkaufsstraßen bestehen weitere Bedarfe. Ebenso streben wir die fahrradfreundliche Nutzung von Parkhäusern und Quartiersgaragen sowie die Einrichtung zusätzlicher abschließbarer Fahrradboxen an den S-Bahn-Stationen an. Wir setzen uns zudem für den Bau zentraler Fahrradparkhäuser bzw. -garagen am Hauptbahnhof, am Bilker Bahnhof und im Bereich Carlsplatz/Altstadt ein. Auch werden wir die Anzahl der vorhandenen Radabstellanlagen im Innenstadtbereich kritisch überprüfen und Anpassungen vornehmen. Hierbei sollen auch vollautomatisierte Fahrradabstellanlagen zum Einsatz kommen.
  • Radtourismus: Durch den Beitritt zum Verein „RadRegion Rheinland“ und durch Einführung eines stadtweiten Knotenpunktwegweisungssystems nach niederländischem Vorbild wollen wir in Kooperation mit den Nachbarkommunen den Radtourismus stärken.
  • Förderung Lastenräder: Über ein städtisches Förderprogramm werden wir – in Ergänzung zur Bundesförderung für Gewerbetreibende – die Anschaffung von Lastenrädern auch für Private fördern. Das Finanzvolumen wollen wir durch Mittel aus dem Klimaschutzpaket auf eine Million Euro anheben (→ Klima und Umwelt).
  • Rad-affine Verwaltung: Die Stadtverwaltung soll Vorbild werden, indem sie Mitarbeitenden fördert, die das Fahrrad nutzen. Dazu wollen wir deutlich mehr sichere Fahrradstellplätze an den Verwaltungsstandorten und ein gutes Dienstradangebot schaffen. Zudem werden wir möglichst alle Verwaltungsgebäude mit Duschen und Umkleiden ausstatten.
  • Fahrrad-Servicenetzwerk: Durch den Aufbau eines Fahrrad-Servicenetzwerks nach Frankfurter Vorbild werden wir die Serviceleistungen für den Radverkehr erweitern. Im Rahmen einer Kooperation mit beispielsweise dem Einzelhandel oder der Gastronomie sollen den Radfahrenden bei Bedarf Luftpumpen, Flick- und Werkzeug kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
  • Radverkehrsfreundliche Regelungen: Wir setzen auf fahrradfreundliche Verkehrsregelungen, wie die Öffnungen von Einbahnstraßen für den Radverkehr und die verstärkte Nutzung des grünen Pfeils für Radfahrende.

Gut unterwegs zu Fuß
Die meisten Wege werden in unserer Stadt zu Fuß zurückgelegt. Deshalb werden wir den Fußverkehr konsequent fördern und den Fußgänger*innen gute und sichere Wege in der gesamten Stadt ermöglichen. Straße ist auch Lebensort. Deshalb wollen wir die Aufenthaltsqualität gemeinsam mit den Menschen verbessern, die Stadt dadurch erlebbarer machen und die Identifikation mit dem Quartier erhöhen.

  • Bequem und sicher durch die Stadt: Wir setzen uns für die Schaffung von mehr Überwegen und mehr Raum für Menschen ein, die zu Fuß unterwegs sind. Überwege für Fußgänger*innen sollen, wenn möglich, in einem Zug zu queren sein.
  • Spielstraßen und Lebensadern für mehr Lebensqualität: Um den Kindern in Düsseldorf mehr Platz zum Spielen zu ermöglichen, werden wir testweise weitere Spielstraßen einrichten. Dies und Versuche zu „autoarmen und begrünten Lebensadern“ werden in einem ergebnisoffenen Prozess durchgeführt. Dabei sollen Erfahrungen aus anderen Großstädten eingebracht werden. Uns ist wichtig, dass Anwohner*innen Vorschläge für entsprechende Straßen und Straßenabschnitte an die Stadtverwaltung herantragen können. Um das Verfahren transparent und nachvollziehbar zu gestalten, entwickeln wir ein umfassendes Beteiligungskonzept.

Mehr Sicherheit zu Fuß und auf dem Rad
Sicherheit im Straßenverkehr ist uns ein besonderes Anliegen. Gerade Menschen, die zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs sind, sind im Straßenverkehr Risiken ausgesetzt. Auch unsere älteren Mitbürger*innen und Kinder auf dem Schulweg wollen wir durch verschiedene Maßnahmen besser schützen.

  • Schutz unserer Jüngsten: Die Sicherheit und der Schutz unserer Jüngsten im Straßenverkehr liegen uns sehr am Herzen. Wir setzen uns für eine gute Verkehrserziehung von Kindern ein und werden hier stärkere Impulse setzen: vom frühen Verkehrs- und Radunterricht in der Schule bis zur Schaffung guter Verkehrsübungsplätze für Kinder. Von besonderer Bedeutung ist für uns auch die Gewährleistung sicherer Schulwege für Schüler*innen. Die Schulwegsicherung werden wir dazu „schulscharf“ verbessern.
  • Beseitigung möglicher Unfallstellen: Wir möchten, dass Unfälle gar nicht erst entstehen. Aus diesem Grund wollen wir künftig Fahrraddaten erheben und analysieren und so die Radinfrastruktur erfassen. So können wir Problemstellen erkennen – bevor Unfälle passieren. Gemeldete Unfallstellen sollen innerhalb von 48 Stunden überprüft werden.
  • Abbiegeassistenten: Um Unfälle beim Rechtsabbiegen zu verhindern, werden wir den Einbau bzw. die Nachrüstung von Abbiegeassistenten in Lkw und Bussen von Stadt und städtischen Töchtern verstärkt voranbringen.
  • Konsequentes Vorgehen gegen Radwegeparken: Zur Kontrolle und konsequenten Ahndung des Zuparkens von Radwegen werden wir die städtische Verkehrsüberwachung personell stärker aufstellen. Auch setzen wir auf einen Ausbau der Fahrradstaffel der Verkehrsüberwachung (→ Ordnung und Sicherheit).

Parken in der Stadt
Ob Fahrrad oder Pkw – es muss Abstellmöglichkeiten geben. Wir werden in den kommenden Jahren das Parkraum-Management fortentwickeln und Lösungen bieten, die ausgewogen und nachhaltig sind.

  • Parkraum-Management: Das Parkraum-Management werden wir weiterentwickeln – zum Schutz von Anwohner*innen und mit dem Ziel gerechter Lösungen. Pendler*innen, die bislang das Auto nutzen, wollen wir mit entsprechenden Angeboten zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel bewegen. Dadurch entlasten wir den öffentlichen Parkraum. Zur Vereinheitlichung setzen wir in Parkgebieten für Anwohner*innen auf eine Parkscheinregelung – mit einer zeitlichen Befristung montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und einer maximalen Parkdauer von zwei Stunden. Der Parkschein soll die Parkscheibe ersetzen.
  • Stellplatzsatzung: Die geltenden Stellplatzsatzungen werden wir evaluieren, gegebenenfalls anpassen und individualisieren. Es ist unser Ziel, dass bedarfsgerecht Stellplätze für Fahrräder und Autos entstehen und keine Verlagerung des Parkdrucks in den öffentlichen Raum stattfindet.
  • Parken im Quartier: In Quartieren mit erhöhtem Parkdruck wollen wir den Bau von Quartiersgaragen forcieren, um Platz zu schaffen für eine andere Aufteilung des Straßenraums. Stationärem Carsharing wollen wir mehr Parkraum zur Verfügung stellen. Zudem werden wir ausreichende Ladezonen etwa für Handel, Handwerk und Pflegedienste einrichten.
    Die Einnahmen aus der Stellplatzablöse und aus dem Parkraum-Management werden wir – neben der Förderung von ÖPNV-, Rad- und Fußverkehr – auch für die Errichtung von Quartiersgaragen verwenden.

Neue Mobilität in Düsseldorf
Gerade im Bereich der Mobilität stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter mit vielen innovativen Technologien. Längst ist Mobilität deutlich vielfältiger geworden. Die „klassischen“ Verkehrsmittel Fahrrad, Auto, Bahn und Bus werden bereits heute im Rahmen einer Vielzahl neuer Konzepte auf den Straßen Düsseldorfs genutzt. Wir wollen Vorreiter werden für neue Mobilität. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir Pioniere sind und manche dieser neuen Vorhaben auch scheitern werden. Deshalb sind wir bewusst offen für den „Minimum viable product“-Ansatz (MVP). Dies bedeutet: auch Dinge in einem frühen Stadium ausprobieren, diese schnell weiterentwickeln, wenn sie sich bewähren, oder sie schnell beenden, wenn sie in der Praxis durchfallen. Wir laden alle Akteur*innen ein, in Düsseldorf aktiv zu werden – vom Start-up bis zur Deutschen Bahn. Dazu werden wir einen Innovationsprozess aufsetzen.

Jede Maßnahme zählt
Der Verkehr in unserer Stadt wächst. Allein die Zahl der täglichen Berufseinpendler*innen beträgt aktuell rund 307.000 Personen. Wir wollen die Verkehrsströme in und um Düsseldorf verträglich abwickeln mit Hilfe intelligenter Lösungen und einem ausgewogenen Management. Unsere Verkehrspolitik ist auf Fortschritt und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer*innen ausgerichtet. Mit zahlreichen Einzelmaßnahmen wollen wir dieses Ziel erreichen.

  • Erhalt der Infrastruktur: Wir werden mehr in die Instandhaltung und Modernisierung unserer Infrastruktur investieren, um unsere Brückenbauwerke zu erhalten. Auch das dazu nötige Personal in den Fachämtern werden wir aufstocken.
  • Infrastrukturprojekte fortführen: Wichtige Infrastruktur-Vorhaben werden wir weiterführen. Wir werden die Ortsumgehung Oberbilk mit ihrer entlastenden Funktion bis zur Karl-Geusen-Straße und in der Perspektive bis zur Siegburger Straße umsetzen, jedoch nicht vierspurig und nicht kreuzungsfrei. Die Entlastung der Ludenberger Straße betrachten wir in einem Gesamtkonzept mit einer möglichen Seilbahn.
  • Luegallee: Die verkehrliche Situation auf der Luegallee wollen wir stärker in den Blick nehmen. Neben einer verstärkten Kontrolle und Ahndung des Zweite-Reihe-Parkens werden wir weitere Maßnahmen zur Optimierung und reibungslosen Abwicklung der Verkehre prüfen. In einem Verkehrsversuch werden wir auf der Luegallee Tempo 30 einrichten und nach sechs Monaten evaluieren. Hierzu gehört neben der Durchführung einer Verkehrszählung vor und während des Versuchs auch eine Befragung der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer*innen, der Anwohner*innen und der Gewerbetreibenden vor Ort.
  • Mobilstationen: Am Konzept der Mobilstationen halten wir fest und werden die bestehenden Grundlagen weiterentwickeln. Wir bündeln die verschiedenen Mobilitäts- und Sharing-Angebote an den Haltestellen in Form von Mobilstationen und setzen dadurch Anreize für Anbieter*innen wie Nutzer*innen. Zudem erhöhen wir den Druck auf (Car-)Sharing-Dienste, um ihr Bediengebiet auf die Außenbezirke zu erweitern. Insgesamt wollen wir im Bereich der Shared-Mobility mehr Ordnung schaffen und Langlebigkeit erreichen.
  • Digitale Vernetzung: Zur Verbesserung des Verkehrsflusses werden wir die Ampelschaltungen für alle Verkehrsteilnehmenden an deren jeweilige Bedarfe anpassen. Die Steuerung erfolgt dabei über einen Hochleistungsrechner. Es ist unser Ziel, dass alle Verkehrsteilnehmer*innen – ob motorisiert oder nicht – flüssig unterwegs sind und nicht unnötig halten müssen. Wo möglich, soll der ÖPNV die Ampelschaltungen beeinflussen können. Die Daten etwa für eine optimale Geschwindigkeit sollen möglichst allen Teilnehmenden am Verkehr über eine offene Schnittstelle verfügbar gemacht werden (Projekt „UR:BAN“).
  • Digitaler Mängelmelder: Wir setzen auf eine Weiterentwicklung der digitalen Mängelmeldemöglichkeiten, damit sich die Bürger*innen schnell und unkompliziert mit Ihren Anliegen an die Stadtverwaltung wenden können. Wir werden dazu ein niedrigschwelliges Angebot schaffen, bei dem die Absenderin oder der Absender zudem zeitnah eine Rückmeldung von der Verwaltung zu dem jeweiligen Anliegen erhält (→ Ordnung und Sicherheit, → Bürger*innen-Beteiligung und Transparenz, → Digitalisierung).
  • Lieferverkehre: Wir möchten den Lieferverkehr in Düsseldorf besser regeln und intelligent steuern. Dazu setzen wir auf einen kombinierten Lieferverkehr und die Schaffung von mehreren Packstationen und Verteilzentren. Die Lieferfahrten wollen wir unter Einsatz von umweltfreundlichen Fahrzeugen (Wasserstoff oder Elektro-Antrieb) und Lastenrädern bündeln. Es ist unser Ziel, dass die sogenannte letzte Meile CO2-frei ist. Als Anreiz ermöglichen wir Lieferfahrten auch zu Zeiten, an denen heute der Lieferverkehr ausgeschlossen ist. Überdies werden wir ein Gipfeltreffen mit Logistik-Unternehmen und dem Einzelhandel veranstalten.
  • Neuss-Düsseldorfer Häfen: Die Verkehrsanbindung der Neuss-Düsseldorfer Häfen an das überörtliche Verkehrsnetz und die Verkehrsverbindung zwischen den Häfen auf beiden Seiten des Rheins wollen wir verbessern.
  • Hafen Reisholz: (→ Wirtschaft)
  • Geschwindigkeitsreduzierung: Die Kooperationspartner haben unterschiedliche Positionen zur Frage von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt. Dessen ungeachtet teilen sie die Ansicht: Geschwindigkeitsreduzierungen können im jeweils gesondert zu prüfenden und zu entscheidenden Einzelfall unter Abwägung aller Umstände geeignet sein, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, besseren Lärmschutz zu ermöglichen und Emissionen zu senken. Dabei muss im Einzelfall auch berücksichtigt werden, ob eine Temporeduzierung verkehrlich umsetzbar ist.
  • Lade-Infrastruktur: Zur weiteren Förderung der Elektromobilität werden wir gezielt den Ausbau der Lade-Infrastruktur in den Innenstadtbezirken voranbringen. Insbesondere in Gründerzeitvierteln mangelt es derzeit an privaten Ladestellen, da im privaten Raum kaum Möglichkeiten bestehen. Zunächst werden wir dazu die Quartiere identifizieren, in denen der größte Bedarf besteht (→ Klima und Umwelt).
  • Stadtverwaltung als Vorbild: Die Düsseldorfer Stadtverwaltung und die städtischen Töchter sollen Vorbilder bei klimapositiver Mobilität sein. Dazu wollen wir deren Fahrzeugflotten deutlich schneller klimaneutral und abgasfrei umrüsten.
    Künftig sollen deutlich mehr Home-Office-Arbeitsplätze in der städtischen Verwaltung eingerichtet werden. Dadurch verringern wir die Zahl der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz und helfen mit, das Verkehrsaufkommen insgesamt zu senken. Um Mitarbeitende für umweltfreundliche Verkehrsmittel zu begeistern, schaffen wir z. B. eine fahrradfreundliche Infrastruktur (s. o. zu Rad-affine Verwaltung) und setzen weitere Anreize zur Nutzung des ÖPNV.
  • Qualifizierte Mobilitätsberatung: Wir werden eine qualifizierte Mobilitätsberatung für Betriebe einrichten, die aus dem Klimaschutz-Etat finanziert wird. Im Rahmen dieser Beratung sollen nach einer Analyse passende Empfehlungen für die Nutzung umweltfreundlicher und vernetzter Mobilitätsangebote gegeben werden. (→ Klima und Umwelt)
  • Düsseldorfer Mobilitätspreis: Innovative, modellhafte Ideen aus allen Mobilitätsbereichen wollen wir künftig mit einem Düsseldorfer Mobilitätspreis auszeichnen. Eine Kategorie soll sich speziell an Schulen richten z. B. zu Konzepten, die Schüler*innen ermöglichen, selbstständig und sicher zur Schule zu kommen.

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