Integrieren von Nisthilfen bei Schulbaumaßnahmen und Schulbaurenovierungsmaßnahmen

25. Okt 2016

An den
Vorsitzenden des Schulausschusses
Ratsherrn Wolfgang Scheffler

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die Ratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD bitten Sie, folgenden Antrag in der Sitzung des Schulausschusses am 25. Oktober 2016 zur Abstimmung zu bringen:

Der Schulausschuss beauftragt die Verwaltung

– im Rahmen künftiger Schulbaumaßnahmen und Schulbaurenovierungsmaßnahmen für das Integrieren von Nisthilfen Sorge zu tragen für das Integrieren von Nisthilfen Sorge zu tragen,

– den Schulausschuss und den Umweltausschuss über die erfolgten Installationen von Nisthilfen einmal jährlich zusammengefasst zu unterrichten.

Sachdarstellung
Mit der Verdichtung der Siedlungsräume verändern sich die Lebensräume für Tiere in der Stadt. Insbesondere für Vögel und Fledermäuse ist dies mit Artenrückgang oder gar Artenverlusten verbunden.

Eine naturverträgliche Siedlungsentwicklung gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben der modernen Raumplanung und Stadtentwicklung. Die Stadt als Gebäudeeigentümerin kann bei Renovierungen oder Neubau die Aspekte des Natur- und Artenschutzes stärker als bisher berücksichtigen.

Viele Vogel- und Fledermausarten nutzen Gebäude als „Ersatzfelsen“ zum Leben und Brüten. Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen – vor allem bei der energetischen Sanierung – werden diese Nester und Quartiere meist zerstört oder deren Zugänge dauerhaft verschlossen. Dies ist nicht nur gesetzlich unzulässig sondern in erster Linie unnötig.

Das Integrieren von Nisthilfen ist ein einfaches und technisch wie finanziell wenig aufwändiges Mittel, sowohl bei bestehenden Gebäuden als auch bei Neubauten Lebensraum für (bedrohte) Tiere zu erhalten oder zu schaffen.

Die anstehenden Bau- und Renovierungsmaßnahmen an Düsseldorfer Schulen bietet in diesem Zusammen eine gute Gelegenheit, Pädagogik und Artenschutz zu verbinden. Das Potenzial für den Erfolg von Nisthilfen wird von Fachleuten als sehr groß eingeschätzt; in den allermeisten Fällen werden die Nisthilfen angenommen.

Die Wahrscheinlichkeit, die Tiere beobachten zu können, ist daher bei fachgerechter Anbringung der Nisthilfen sehr hoch. Gerade für Kinder und Jugendliche stellt sich in der Regel schnell ein Erfolgserlebnis ein.

Nisthilfen an Schulgebäuden machen die heimische Tierwelt für die Schüler*innen direkt erlebbar und bieten eine gute Möglichkeit, den naturkundlichen Unterricht durch direkte Beobachtungen zu bereichern.

Im Handel sind unterschiedliche Einbausteine erhältlich, die vielfältig in und an Gebäuden angebracht werden können, beispielsweise auf Putz, in Wärmedämm-Verbundsysteme oder in Klinker-Fassaden (z. B. bei denkmalgeschützten Gebäuden).

Außerdem lassen sich durch kleine Öffnungen in Dachverkleidungen die dahinter liegenden Hohlräume für Tiere nutzbar machen, ohne Schäden am Gebäude zu verursachen. Der BUND, Kreisgruppe Düsseldorf, hat der Stadt Düsseldorf Beratungshilfe für die fachgerechte Auswahl und bauliche Integration von Nisthilfen bereits zugesichert.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Scheffler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)      Claudia Bednarski (SPD)