Grüne lehnen Schenkung des „Einheitsmerkmals“ ab – Kritik an Entwurf, Verfahren und Oberbürgermeister

17. Dezember 2019  –  Presse GRÜNE Ratsfraktion

„Der Entwurf für das ‚Einheitsmerkmal‘ ist nicht überzeugend. Die bildliche Aussage, dass die deutsche Einheit ein linearer und vor allem ein abgeschlossener Prozess sei, ist unhaltbar. Wir müssen heute für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die Einheit und die Vielfalt in Deutschland streiten“, kritisiert Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion. Der Verlauf des Denkmals von oben nach unten und der Abschluss am Boden in kompakter, quadratischer Form bilden das nicht ab. Die Grüne Ratsfraktion hat einstimmig entschieden, das Denkmal abzulehnen.

„Auch das Vorgehen der Künstler und des Oberbürgermeisters werden dem Thema der deutschen Einheit nicht gerecht. Die friedliche Revolution vor 30 Jahren wurde getragen von Bürgerinnen und Bürgern. Das Denkmal heute wurde ausgekungelt zwischen Künstlern, Geldgebern und Oberbürgermeister. Wenn wir für Düsseldorf ein Einheitsdenkmal schaffen wollen, müssen wir einen offenen und transparenten Prozess mit breiter Bürgerbeteiligung dafür anbieten“, so Gerlach.

Die Grünen kritisieren Oberbürgermeister Geisel außerdem scharf für seine herablassende Behandlung der Kunstkommission. Fraktionssprecher Norbert Czerwinski: „Die Kommission wurde vom Stadtrat eingesetzt. Sie besteht aus anerkannten Künstler*innen, Kulturpolitiker*innen und Vertreter*innen der Stadtverwaltung. Diese als ‚Geschmackspolizei‘ zu beschimpfen ist unverschämt“.

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