Installation von Handy-Ladestationen an Haltestellen

10. Januar 2018

Antrag angenommen

Antrag der Ratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und FDP

Sehr geehrter Herr Volkenrath,
im Namen der Ratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und FDP bitten wir Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Ordnungs- und Verkehrs-ausschusses am 10.01.2018 zu nehmen und abstimmen zu lassen:

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, mit der Rheinbahn über die Einrichtung von Handy-Ladestationen an Haltestellen zu beraten.
Der OVA bittet die Verwaltung, über die Ergebnisse dieser Beratung im ersten Quartal  2018 dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss zu berichten.

Sachdarstellung:
Anfang Oktober wurde im Jugendrat der Stadt Düsseldorf die Etablierung von Aufladestationen für Handys/Smartphones im öffentlichen Raum thematisiert. In der Antwort der Verwaltung auf eine dort gestellte Anfrage heißt es: „Prinzipiell ist eine Belebung des öffentlichen Raumes gerade von dieser Altersgruppe herzlich willkommen“. Zusätzlich solle die Etablierung von Ladestationen im öffentlichen Raum laut Verwaltung „Anreiz für Jugendliche sein, sich die Freiräume der Stadt anzueignen […] und nicht zuletzt zu einem pulsierenden aktiven Stadtbild“ führen. (Vorlage 56/ 19/2017).

Handys und Smartphones sind für den Alltag und das Berufsleben nicht mehr wegzudenken, besonders die junge Generation kann sich ein Leben ohne Smartphones nur noch schwer vorstellen. Der Wunsch nach permanenter, uneingeschränkter Verfügbarkeit wächst und die begrenzte Ladekapazität der Akkus wird zum Problem. Sinkt unterwegs der Ladestand, empfinden viele Nutzer die entstehenden Folgen als ausgesprochen unangenehm, wie z.B. unsichere Verabredungen, verpasste Anrufe oder das Fehlen des Handys als Navigationsgerät.

Mit der Einrichtung von Ladestationen an Haltestellen der Rheinbahn kann dem Bedarf nach Lademöglichkeiten „für unterwegs“ Rechnung getragen werden und zusätzlich die Attraktivität der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erhöht werden. Statt zum Aufladen der Akkus nach Hause oder ins Café gehen zu müssen, könnten Tablet- und Smartphone-Besitzer die Wartezeiten an Haltestellen als zentrale Orte nutzen, um ihr Gerät aufzuladen.

Auch wenn neue Busse ab Juli 2018 über Auflade-Möglichkeiten verfügen werden, bietet sich die Installation an Haltestellen an, da entsprechende Ausrüstungen von Stadt- und Straßenbahnen fehlen.

Gegen die Einschätzung, dass nur „eine Kopplung mit der Aufstellung von Ladestationen für E-Mobilität und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur“ sinnvoll sei (siehe oben zitierte Anfrage im Jugendrat), sprechen Beispiele aus Essen, London, Paris, Prag und Boston: In Paris wurden USB-Ladestationen an Nahverkehrs-Haltestellen von der örtlichen Busgesellschaft RATP aufgestellt. In Boston, London, Prag und Essen dienen sogenannte „Smarte Bänke“ sowohl als Sitzgelegenheit im Außenbereich als auch als solarbetriebene Aufladestationen. Zusätzlich werden Umweltdaten erfasst wie die Luftqualität oder der Geräuschpegel.

Was in anderen Großstädten längst zum Alltag gehört, könnte auch für Düsseldorf eine fortschrittliche Lösung sein.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Czerwinski    Matthias Herz    Manfred Neuenhaus