Schwarzer Kanal

Radverkehr

Von einem Oberbürgermeister, der eigenhändig einen Radstreifen schwarz übermalt, zu einer Stadt, die den Start der „Tour de France“ ausrichtet und einen „Fahrradgipfel“ plant. Zumindest – was die Symbole angeht – könnte der Unterschied zwischen den CDU-Regierungen unter Erwin (der mit der Farbe auf der Luegallee) sowie Elbers auf der einen und der Ampel mit uns GRÜNEN und OB Geisel auf der anderen Seite kaum sein.

Auch bei den grundsätzlichen Leitlinien, beim Geld und Personal haben wir das Rad gedreht:

  • Die CDU hatte Radwege auf Hauptstraßen per Beschluss ausgeschlossen. Wir haben ein Rad-Hauptnetz auf Hauptstraßen beschlossen.
  • Die CDU hatte lediglich einem bemitleidenswerten städtischen Mitarbeiter den Titel „Fahrradbeauftragter“ gegeben. Wir haben ein Fahrradbüro mit nun fünf Stellen eingerichtet.
  • Die CDU hatte kaum Geld für Radverkehr bereitgestellt. Wir haben das Budget auf mindestens 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdoppelt. Zusätzlich werden die großen Rad-Projekte extra finanziert.

Von der autogerechten zur menschengerechten Stadt

Aber die vergangenen drei Jahre seit dem Start der Ampel-Kooperation mit SPD und FDP zeigen auch, wie mühsam es ist, die autogerechte Stadt der CDU umzubauen. Wahnsinnige Parkhäuser und Tiefgaragen in der City ziehen die PKW in die Innenstadt. Gehwegparken wurde kaum geahndet sondern im Gegenteil nachträglich legalisiert (über 4.000 Parkplätze auf Gehwegen). Das Zweite-Reihe-Parken wurde größtenteils toleriert. Die mehrspurigen Straßen und Tunnel tun ihr übriges. Düsseldorfer*innen und Gästen wurden jahrelang Anreize gesetzt, mit dem Auto in und durch die Stadt zu fahren. Jede Änderung hin zu einer Stadt, die Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gerecht wird, muss hart erstritten werden. Der Status Quo in der Stadt und in den Köpfen ist autogeprägt.

Neues Denken, neuer Mut

Jetzt geht es darum, aus den Symbolen und den Absichtserklärungen für besseren Radverkehr auch reale Verbesserungen zu machen. Erste Projekte sind umgesetzt: die Friedrichstraße und Breite Straße, die Kasernenstraße und Elisabethstraße, die Heinrich-Heine-Alle, ein Teil der Ulmenstraße. Deutlich länger ist die Liste der beschlossenen Maßnahmen, die in den nächsten zwei Jahren gebaut werden: Jülicher Straße, Klever Straße, Ulmenstraße, Aachener Straße, Karlstraße, Worringer Straße, Worringer Platz, …

Für uns unerwartet war dabei, dass auch vergleichsweise kleine Maßnahmen (der berühmte Eimer Farbe für einen Radstreifen) eine lange Planungszeit benötigen. Dahinter liegt, dass teilweise der komplette Straßenraum mit Gehwegen, Parkstreifen, Fahrbahn inkl. Abbiegespuren neu sortiert werden muss. Zusätzlich stehen an viele Ampeln langwierige und teure Änderungen an. Insgesamt viel mehr Aufwand, als vorher absehbar war.

Sehnsucht nach Kopenhagen

Ein Vorbild für Düsseldorf soll und muss Kopenhagen sein. Mehr als die Hälfte der Wege werden dort mit dem Fahrrad zurückgelegt. In Düsseldorf sind es nur ca. 14 %. Dabei sind die Rahmenbedingungen mit flachen, relativ kompakten Städten vergleichbar.

Wir sind gespannt auf den von der Stadt angekündigten Fahrradgipfel Anfang 2018. Denn dafür plant Düsseldorf eine Kooperation mit dem bekannten Kopenhagener Planungsbüro von Jan Gehl. So würde sich Düsseldorf endlich auf dem Weg machen: von der autogerechten Stadt zu einer menschengerechten Stadt wie Kopenhagen.

Wir GRÜNE werden dafür sorgen, dass wir dabei Tempo machen und nicht unterwegs das Ziel aus den Augen verlieren.

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