Themenblog Kultur- und Kreativwirtschaft

Streetart am Rheinufer by Roberto aka R.F. Art / www.artitue.de

März, 2022

Auf dieser Seite haben wir umfangreiche Infos zur Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengestellt – in Düsseldorf, NRW und im Bund. Mit zahlreichen Links zu Anträgen, Verbänden, Analysen und zu Netzwerken.

Kultur- und Kreativwirtschaft ist der Sammelbegriff für diejenigen Kultur- bzw. Kreativunternehmen, die sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen und dabei überwiegend erwerbswirtschaftlich aktiv sind – mit ihren 11 Teilmärkten (Architektur, Buch, Design (auch Fashion), Film, Kunst, Darstellende Kunst, Musik, Presse, Rundfunk, Software/Games, Werbung) erweist sich die Kultur-und Kreativwirtschaft nicht zuletzt aufgrund ihrer außerordentlichen Innovationsneigung und ihrem Wachstumspotential als ein wichtiges Segment unserer Gesamtwirtschaft.

Anders aber als die traditionellen Wirtschaftszweige ist dieser besonders anfällig für diverse Unsicherheiten: In einigen Segmenten liegen oftmals prekäre Beschäftigungsverhältnisse vor und gerade junge Unternehmen geraten öfter für wirtschaftliche Schieflagen. Wir sind überzeugt davon, dass insbesondere hier eine ämterübergreifende Zusammenarbeit einen höheren Stellenwert innerhalb der Verwaltung haben sollte.

Bereits in 2014 haben die GRÜNEN das Düsseldorfer Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft – kurz KomKuK – mit ins Leben gerufen, dessen Aufgabe die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Selbstständigen aus dem Kreativsektor ist und diesen sowohl hier in der Stadt als auch international vertritt und sich gut vernetzt – und sich dabei auf zahlreiche Best-Practise-Beispiele anderer Städte bezieht.

Herausforderungen der Urbanisierung: Nutzungsdruck

Außerdem stehen nahezu alle großen Städte inmitten neuer Herausforderungen der Urbanisierung: Düsseldorf wächst in Zukunft weiter und damit nimmt auch der Nutzungsdruck auf die nur begrenzt verfügbaren Flächen vor allem in urban geprägten Lagen mit Entwicklungspotenzial zu.

Es sollte daher Aufgabe der integrierten Stadtentwicklung sein, kreative Räume und Orte des Ausgehens zu sichern und neue Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Denn diesen Szenen droht ansonsten schleichende Verdrängung durch Investoren, Abriss oder Kündigungen, wie beispielsweise die Schließungen der Kulturvereine und Veranstaltungslocations „Brause„ und „damenundherren„.

Wir unterstützen zudem aktiv die ’neuen Arbeitswelten‘ – wie beispielsweise die Hubs, Co-Working-Ökosysteme, Zwischennutzungsmanagement sowie die Entwicklung neuer Quartiere.

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Neuaufstellung des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft in Düsseldorf

In der aktuellen Kooperation von CDU & GRÜNE ist in 2021 vereinbart worden, dass die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft unter Berücksichtigung ihrer Evaluierung stärker an die Stadtplanung angeschlossen werden sollte.

Ziel ist die Neuaufstellung des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft (KomKuK) als Servicestelle/Stabstelle mit dezentraler Ausrichtung. Hier können die Belange der Kultur- und Kreativwirtschaft – auch in Bezug auf die Nachtökonomie – in die Planungsprozesse, insbesondere das „Raumwerk D“ einfließen. Zudem sollen im Wirtschaftsförderungsamt sowie im Kulturamt jeweils Stellen mit entsprechender Aufgabenstellung eingerichtet werden. Zuschüsse und Förderung sollen transparent verwaltet und besonders kleinteilige Strukturen und Soloselbstständige gefördert werden.

Der Deutsche Kulturrat forderte aktuell konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft in der nächsten Legislaturperiode der Bundesregierung 2020 – 2024 hier.

Coronapandemie

Die Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft durch der Corona-Pandemie ist immens.

Die ökonomischen Auswirkungen seit 2020 hat das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes anhand einer Szenarioanalyse zusammengefasst. Hierin heißt es: Insgesamt liegen die Umsatzverluste der KKW für 2020 bei 15,3 Mrd. Euro. Der Rückgang hat einzelne Teilbranchen auf das Umsatzniveau von vor 2003 zurückgeworfen. Die Teilmärkte der Kulturwirtschaft für sich genommen sind sogar mit 13,5 % betroffen. Zu den besonders stark betroffenen Teilmärkten der KKW gehören u. a. der Markt für Darstellende Künste (81 %), die Musikwirtschaft (44 %), die Filmwirtschaft (41 %) und der Kunstmarkt (39 %).“ (Stand: 20.01.2022)

Im März 2022 nimmt Düsseldorf am Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ mit einem Förderantrag „KreativRaum D“ teil.

Die Fördersumme beträgt insgesamt 2,3 Mio. Euro. Alle Details (Planungsstand Anfang März / 2022): hier.

Auch dies ist bei der Weiterentwicklung und Neuaufstelltung der Post-Corona Kultur- und Kreativwirtschaft für Düsseldorf zu berücksichtigen.

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Weiterführende Links zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Genese Düsseldorf ab 2014

Der Ratsantrag (von SPD, GRÜNE & FDP, 2014), das Ergebnis / die Anforderungen aus mehreren Workshops mit Kreativtreibenden aus Düsseldorf & NRW, der anschließende Ratsbeschluss mit Konzept  (2015) inkl. detaillierter Maßnahmen zur Einrichtung der Kompetezzentrums (Kurz: KomKuK), nachfolgender Ratsbeschluss (mit Aufgaben und Strategie, 2016), 1. Zwischenbericht (2016) sowie einen 2. Bericht mit Zahlen und Entwicklung des KomKuK (2017).

Eine Evaluation der Arbeit des Düsseldorfer Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft zum Ende der Wahlperiode 2020 ist bisher nicht erfolgt.

Unser „Themendossier Nacht“ #DUSnach8 hier.

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NRW

CREATIVE.NRW ist das Netzwerk der Kreativen in NRW. Als Kompetenzzentrum des Landes sind sie Ansprechpartner für Beschäftigte, Unternehmen, Selbstständige, Institutionen und Kommunen.

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BUND

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern, hatte die Bundesregierung die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet. Koordiniert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – unter Minister Dr. Robert Habeck – zusammen mit der Staatsministerin für Kultur und Medien – Claudia Roth.

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GRÜNE Ratsfraktion Düsseldorf

Alle Infos zu den beteilgten Fachausschüssen und den politischen Ansprechparter*innen: