14.11.2019

Rund um die Bilker Kirche weht er immer noch: der Zeitgeist der Verkehrsplanung aus den 60er und 70er Jahren. Dabei hat das Viertel viel urbanen Verve, ist sehr lebendig mit kreativen Läden und einer vielseitigen Gastronomieszene. Um die Bilker Kirche herum bewegen sich dichtgedrängt täglich tausende Menschen mit Autos, Fahrrädern, Bussen, Bahnen und zu Fuß fort. Der Bereich und dessen Umfeld ist davon geprägt, zahlreiche Verkehrsfunktionen erfüllen zu müssen: Durchgangsverkehre nach Hamm, in den Hafen, nach Bilk und in die Innenstadt, Lieferverkehre, drei Straßenbahn- und zwei Buslinien sowie sieben Straßen.

Durch diese Verkehre ist die Aufenthaltsqualität stark geprägt. Grünflächen und Plätze zum Verweilen sucht man dort im öffentlichen Stadtraum vergebens. Die Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs sind durch den dichten Autoverkehr gefährdet. Fahrräder haben kaum die Möglichkeit den Autos, den Bussen oder den Straßenbahnschienen auszuweichen. Und Barrierefreiheit? Fehlanzeige.

Die Situation rund um die Bilker Kirche ist schon länger unhaltbar. Der Rat hatte deshalb 100.000 Euro für einen Planungsprozess zur Verfügung gestellt. Aber die Verwaltung will nicht an das Problem ran und hat bis jetzt nichts getan. Deshalb starteten wir Grüne einen Partizipationsprozess mit den Bürger*innen – online und real.

Die Ergebnisse unserer vorher durchgeführten Online-Befragung (als PDF-Download, Befragungsdauer: 4 Wochen vorher), decken sich zu großen Teilen mit den Erkenntnissen des 1. Diskussionsabends. Bei beiden lag der Fokus darauf, was die Menschen dort stört und was besser werden soll. Große Übereinstimmung gab es insbesondere bei der Dringlichkeit zur Umgestaltung.

Wie geht es nun weiter?

Für Anfang 2020 planen wir den 2. Grünen Diskussionsabend mit dem Schwerpunkt „Ideen und Verbesserungsvorschläge“. Am besten, Ihr abonniert unsere Newsletter und vernetzt Euch mit uns via Facebook, Twitter und Instagram, um nichts zu verpassen.

 

Quelle: maps.duesseldorf.de

Rückschau & Ergebnisse:

1. Grüner Diskussionsabend MI, 30.10.2019

Das Fuchs im Hofmanns war sehr gut besucht. Rund 60 Menschen aus Zivilgesellschaft, Nachbarschaft, Institutionen und Politik sind unserer Einladung am Abend gefolgt und diskutierten zu den Themen Verkehr, Aufenthaltsqualität und Einzelhandel & Gastronomie.

An drei Tischen und Heatmaps wurde emotional diskutiert und fleißig Punkte auf die Karte des Quartiers rund um die Bilker Kirche geklebt. An diesen Stellen markierten die Bürgerinnen und Bürger Orte, die sie für problematisch hielten oder wo es Verbesserungsbedarf gibt.

Dabei waren sich fast alle einig, dass es verkehrstechnisch extrem viele gefährliche Stellen rund um die Kirche gibt. Vor allem Radfahrer*innen müssen zum Teil abenteuerliche Situationen durchleben, wenn sie über eine der Straßen fahren. Auch über irreführende Ampelschaltungen und nicht eindeutige Straßenbeschilderungen und Wege sowie fehlende Zebrastreifen wunderten sich die Gäste am Tisch ‚Verkehr‚.
Beim Thema ‚Aufenthaltsqualität‚ war klar, dass der Raum rund um die Kirche immenses Potenzial bietet, dieses Viertel noch attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Zu enge Bürgersteige und ungenutzte Flächen könnten aufgewertet oder umgebaut werden und so die Aufenthaltsqualität verbessern. Am Tisch ‚Einzelhandel / Gastronomie‘ wurde deutlich, dass diese attraktiver gestaltet werden könnten. So fehlen den Bürger*innen z. B. Geschäfte zur Versorgung des täglichen Bedarfs.

Wir danken allen Gästen und Interessierten für Ihr Kommen und Ihre Einbringungen für das Quartier Bilker Kirche. Insbesondere danken wir Marion Hörsken und Thomas Vieten (IHK Düsseldorf), Michael Richarz (Rheinbahn AG), Ulrich Schweitzer und Eleonore Ibheis (Seniorenrat) sowie den Vertreter*innen der Institutionen Werbegemeinschaft Lorettoviertel e.V., dem Friedensplätzchen und den Bilker Heimatfreunden.

Eine Fotogalerie des insiprierendenden Abends erwartet Euch auf der Site weiter unten – bitte scrollen.

Hier folgen die Ergebnisse der Themen-Tische als 1. vorläufige Fassung vom 13.11.2019 (unpriorisiert):

Verkehr

  • Verkehrsberuhigte Zonen ausprobieren
  • Zu viele Baustellen (Bilker Allee)
  • Hohe Lärm- und Abgasbelastung

Fußgänger:

  • Radfahrer/Fußgänger vor „Kaffeepiraten“
  • Konflikt Fußgänger und Radfahrer
  • Bürgersteige verbreitern -> Straßen schmaler
  • Zebrastreifen Lorettostraße
  • Sehr enge Gehwege (Bespiel Frida)

Radfahrer:

  • Für Radfahrer von Bilker Allee kommend gefährlich
  • Gefährlich für Radfahrer von Bilker Allee auf Volmerswerthstraße
  • Kreuzung für Radfahrende nahezu überall gefährlich – vor allem durch die Straßenbahnschienen
  • Keine extra Fahrradspur: zu eng neben den Autos an den Ampeln
  • Unlogische Ampelschaltung für Radfahrende
  • Verwirrende Verkehrsführung für Radfahrende

Verkehr allg.:

  • Von Benzenbergstraße Unklarheiten beim Abbiegen
  • Von Benzenbergstraße kommend: Ampel auf Bilker Allee nicht erkennbar
  • Kritisch: Straßenübergang / Insel
  • Insel: „Platzverschendung“ und nicht schön
  • Gefährlicher Gegenverkehr (überall)
  • Hoher Umgehungsverkehr auf Neusser Straße
  • Bilker Allee umzingelt von Verkehr
  • Martinsstraße: irreführende Straßenbeschilderung
  • Es fehlt ein Kreisverkehr
  • Ampelschaltung Neusser Straße Rheinbahn nicht abgestimmt
  • Verkehrsführung Neusser Straße hinsichtlich aus fahrendem Verkehr ändern („Tunnel umfahren“)
  • Abbiegespur von Bilker Allee auf Loretto Straße abbinden
  • Starke Staubildung im Berufsverke
  • Bilker Allee/ Loretto: neue Straßenplanung (Verkehrsfrei)
  • Taxistand zu lang
  • Anlieferverkehr für Handel
  • Straßenbahnhaltestelle „Bilker Kirche“ nötig?
  • Probleme mit E-Scootern -> Regeln und feste Abstellplätze

Einzelhandel & Gastronomie

  • Leistungsfähigkeit der Infrastruktur bei Veränderungen berücksichtigen

Fußgänger

  • Fußgängerzone -> Mehr Platz für Fußgänger
  • Breitere Gehwege -> mehr Laufkundschaft „Flanieren“

Handel / Gastronomie

  • Handelsstruktur wie Nordstraße
  • Nicht nur kleine Gastronomie, sondern auch Einzelhandel ermöglichen
  • Einzelhandel muss Platz bespielen
  • Keine Nahversorgung für Bevölkerung-> z.B. Bilker Allee
  • Läden für die Versorgung fehlen z. B.: Biomarkt, Bäcker, Metzger, Schuster, …
  • Packet-Station
  • zu viele Spielsalons
  • Einheitliche Öffnungszeiten der Geschäfte
  • Mehr Platz für Außengastronomie
  • Attraktiveres Angebot an Außengastronomie -> bedeutet weniger Platz für ruhenden Verkehr

Wohnungsmarkt

  • Hohe Mieten
  • Mietpreisbremse für Geschäftsräume um kleinen Betrieben Wirtschaftlichkeit und künftiges Überleben zu ermöglichen
  • Hauseigentümer an einen Runden Tisch

Aufenthaltsqualität

  • Barrierefreiheit fehlt

Veranstaltungen als Anlass zur Autofreien Zone

  • Verschiedene Variationen der Events Lorettoviertel e. V. mit Themenschwerpubkten -> Müll, Lautstärke
  • Anwohnerfest
  • Bei Straßenfesten und Veranstaltungen den Autoverkehr sperren bzw. vermeiden
  • Testabsperrung Loretto Straße zu den Events
  • Autofreier Samstag um die Bilker Kirche / Loretto Straße und Bilker Allee -> regelmäßig z. B. einmal pro Quartal

Gestaltungsraum

  • Orte verknüpfen
  • Großer Platz
  • Raum/ Fläche für Subkultur (Kunst, Musik, Kreativität)
  • Mehr Raum unabhängig vom Konsum
  • Fehlende Treffpunkte (Plätze)
  • Fehlende Aufenthaltsorte für Senioren und Kinder
  • Fehlende Grünflächen
  • Mehr Grün auf der Kircheninsel -> es fehlen Bäume
  • Mehr Sitzbänke
  • Zu hohe Sitzbänke
  • Mehr Street Art

Müll

  • Zu wenig Mülleimer im Viertel
  • Fehlende Rücksichtsnahem (z. B. bei Müllentsorgung)
  • Fehlende Rücksichtnahme von Hundehaltern

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26.09.2019

Einladung: 1. Grüner Diskussionsabend MI, 30.10.2019

Die Gegend rund um die Bilker Kirche ist sehr lebendig: kreative Läden, eine vielseitige Gastronomieszene, Unternehmen, Vereine und viele Menschen sind hier zu Hause. Gleichzeitig treffen hier viele Straßen aufeinander, auf denen sich täglich tausende Menschen mit Autos, Fahrrädern, Bussen, Bahnen, zu Fuß usw. fortbewegen.

Der Bereich um die Bilker Kirche und deren Umfeld ist davon geprägt, viele Verkehrsfunktionen erfüllen zu müssen: Durchgangsverkehre von Autos und Lieferverkehren von und nach Volmerswerth und Hamm, auf die B1 (Völklinger Straße), in den Hafen, nach Bilk und in/aus die Innenstadt, drei Straßenbahn- und zwei Buslinien und fünf bzw. sieben Straßen, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen müssen sich teilweise Wege teilen, die Aufenthaltsqualität ist stark durch diese Verkehre geprägt.

Deswegen möchten wir folgende Fragen mit Ihnen und mit Euch am 30.10.2019 diskutieren:

  • Wie hoch ist der Handlungsbedarf für eine Umgestaltung des Raums rund um die Bilker Kirche?
  • Wie ist die aktuelle Situation?
  • Was fehlt?
  • Kann man die Aufenthaltsqualität verbessern?
  • Was ist gut an der Situation rund um die Bilker Kirche?
  • Kann an den genannten Punkten noch etwas verbessert werden?
Wie geht es nun weiter?

Im Februar planen wir einen zweiten Diskussionsabend. Die Bürgerinnen und Bürger können an diesem Abend konkrete Vorschläge zur Verbesserung der zuvor genannten Punkte einbringen. Wir werden für diesen zweiten Termin Stadtplanerinnen und –planer einladen. Sie sollen für fachliche Rückfragen zur Verfügung stehen und eine Einschätzung darüber abgeben, wie realistisch die Ideen umgesetzt werden könnten.
Wir freuen uns jetzt schon über viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mitmachen und sich mit ihren kreativen Ideen für eine Umgestaltung des Raumes rund um die Bilker Kirche einsetzen!

Onlinebefragung (abgelaufen)

Lust jetzt schon mitzureden?
Dann mache doch bitte bei unserer kurzen und anonymen Befragung mit. Vielen Dank!

Einladungsflyer zum Diskussionsabend

Unseren Flyer findest Du hier (Adobe PDF).

Pressemitteilung (23.10.2019)

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